Initiativkreis Suedafrika (ISA)

Aktuelle Presseberichte

Florian Ernst bei der Rentnergemeinschaft

Florian Ernst berichtete über seine Erlebnisse in Südafrika.

NEUENKIRCHEN. „Jeder Tag mit den Kindern im Luigi-Scrosoppi-Center in Südafrika war super“ sagte der Neuenkirchener Florian Ernst am Dienstagnachmittag in der ersten Versammlung der Rentnergemeinschaft im Winterhalbjahr. Er berichtete auf Einladung der Gemeinschaft über sein freiwilliges soziales Jahr, das er für den Initiativkreis Südafrika (ISA) in Oudtshoorn-Brigton lebte und erlebte. Das Center ist ein Township – wie viele andere auch in Südafrika.

In den vergangenen zehn Jahren haben die Neuenkirchener das Center in Südafrika nicht nur mit Spenden unterstützt. Ebenso wichtig waren die sozialen Kontakte und gegenseitigen Besuche. Florian Ernst berichtete zunächst von den sozialen Konflikten zwischen der weißen, braunen und schwarzen Bevölkerung des Landes, die einen kulturellen Hintergrund haben. Im Land gibt es elf Landessprachen, in Oudtshoorn spricht man Englisch und Afrikaans.

Ernst war in der Hauptsache in der Nachmittagsbetreuung eingesetzt. Hier werden täglich bis zu 220 Kinder betreut. Eine Wahnsinnsaufgabe für die fünf Betreuer, denn die Kinder wollen vor allem, dass man ihnen Aufmerksamkeit und Liebe schenkt. Alkohol und Drogen sind unter den Erwachsenen weitverbreitet, und die betreuten Kinder kommen aus belasteten Familien. Die Familien leben meistens in einem Raum, der nicht größer ist als eine herkömmliche Garage. Hier leben bis zu zehn Personen und in einem Bett schlafen mindestens drei Kinder.

Viel Auswahl bei den Mahlzeiten gibt es nicht. Zwiebeln und Knoblauch gibt es fast immer, es wird in den eigenen Gärten angebaut. Allerdings sind Zwiebeln und Knoblauch gut für Aidskranke, informiert Ernst. Aber auch Bohneneintopf und Nudeln stehen oft auf dem Mittagstisch, denn Hunger haben die Kinder immer.

Florian Ernst erzählte von seinen Erlebnissen und auch von „Anti“ – Tante Maria – der guten Seele des Centers. In den zwölf Monaten seines Einsatzes in Südafrika war einer der Höhepunkte das Nikolausfest. Florian war der Nikolaus und musste das Gewand des alten „Father Christmas“, also Sankt Nikolaus, anlegen. Mit dem Großfahrzeug der Feuerwehr Oudtshoorn wurde der Nikolaus zum Center gefahren, wo 1200 Kinder auf den Nikolaus und damit auch ein Päckchen mit Süßigkeiten warteten.

In Südafrika war Florian Ernst der Nikolaus, bei der Rentnergemeinschaft die Glücksfee, denn er zog die richtigen Losnummern für die Alpenveilchen, die auf den Tischen standen und dann von den Gewinnern mitgenommen wurden.

Eingangs begrüßte Vorsitzender Karl-Heinz Wehning besonders die Neumitglieder Leni und Hermann Hegemann, Hilde Flüthmann und Hedwig Rauße. Alfred Dirkes hieß er neu im Vorstand willkommen. Wehning erinnerte an die Gemeinschaftsmesse für die verstorbenen Mitglieder am kommenden Dienstag, 19. November, um 9 Uhr in der St.-Anna-Kirche. 13 Mitglieder starben im vergangenen Jahr. Auch wird am Dienstag eine neue Kerze geweiht, die bei bestimmten Anlässen entzündet wird.

Zum Schluss wurde gesammelt und es kam ein ansehnlicher Geldbetrag für die Afrikahilfe zusammen. Wehning überreichte Florian Ernst ein „Beutelchen“ mit Geld, das dieser an die richtige Stelle weiterleiten wird.

In der Versammlung der Rentnergemeinschaft am 10. Dezember ist eine Nikolausfeier geplant. Beginn im Vereinslokal Lorenbeck um 14.30 Uhr. Die Mitglieder werden gebeten, sich telefonisch bei den Vorstandsmitgliedern anzumelden.

MV 2011 05 30 Schulfest Josefsschule

Neuenkirchen-St. Arnold.

„Kinder stark machen“ hieß der Leitsatz
des Schulfestes an der Josefschule in Sankt Arnold. Knapp 200
Kindern kamen auf dem Schulhof zusammen, um eine Runde im
Kettenkarussell zu drehen, sich im Sackhüpfen zu messen oder
etwa eine Runde mit der Bimmelbahn zu fahren.

„Heut ist so ein schöner Tag“ - nicht nur ein Zitat aus dem Eröffnungslied,
das die Kinder alle gemeinsam gesungen haben, sondern wohl auch
zutreffend für den Ablauf des gesamten Festes. Zahlreiche Aktionsstände
und Spiele lockten die Kinder heran und boten eine Menge Spaß für die
Kleinen. „Ich freue mich heute mit Euch das Schulfest in solch einem
großen Rahmen feiern zu können“, sagte Schulleiterin Christa Book in
ihrem Grußwort und verwies damit auf die Beteiligung der Fußball- und
Karateabteilung des Tus St. Arnold auf dem Fest.
Jede Abteilung tat das, was sie am besten können: Die Karateabteilung
baute einen Parcours in derTurnhalle auf und zeigte eine Showeinlage
mit beeindruckenden Kampftechniken - die Fußballabteilung beschäftigte
sich mit den Kindern auf dem Bolzplatz.
Auch der Förderverein der Josefschule war am Schulfest mit einem Stand
beteiligt, bei dem Schätzungsvermögen gefragt war - wer dies bewies,
hatte aber gute Aussichten auf einen tollen Preis wie etwa einer
Übernachtung auf dem Margaretenhof.

Vor allem die Klassen 3b und 3a hatten sich für diesen Tag etwas ganz
besonderes ausgedacht: Sie verkauften Popcorn und Obstsäfte an die
vielen Besucher, um den Erlös an den Initiativkreis Südafrika(ISA)
zu spenden. „Damit sie zum Beispiel auch so einen schönen Schulhof
bekommen wie wir“, sagte einer der engagierten Schüler.
Um dieses Engagement in vollen Zügen zu unterstützen, übernahm der
Förderverein alle für dieses Projekt vorher entstandenen Kosten,
sodass der Erlös auch wirklich zu 100 Prozent den Ideen des
Initiativkreises zugute kommen könne.Das Motto „Kinder stark machen“
stammt aus einem Projekt zur Suchtvorbeugung von der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Dies käme der Schule
als Aktionsmotto gerade recht, dain der Josefschule viel Wert auf die
Gesundheitserziehung gelegt werde, wie Schulleiterin Book sagte.
Wem von den rund 200 Kindern dann auch mal nach dem
Nägelschlagen, Bobbycarfahren, Sackhüpfen oder dem Fußballspielen
dann auch mal die Puste ausging, der setzte sich eben in die
Bimmelbahn und drehte damit ein paar Runden durch die Ortschaft
Sankt Arnolds.

VON DOMINIK STEIN

MV 2011 01 01

Essen und Spiele für 250 Kinder

Fast fünf Monate, in denen sich Florian Ernst gut eingelebt hat, sind nun um. Der 21-jährige Neuenkirchener leistet seinen Zivildienst im südafrikanischen Township Oudtshoorn-Brigton. Der Initiativkreis Südafrika (ISA) schickte Florian im Sommer in das Luigi-Scrosoppi-Center.

Im Haus Luigi kommen jeden Tag nach der Schule etwa 250 Kinder aus der Umgebung zusammen, um eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen, miteinander zu singen, zu spielen und Hausaufgaben zu machen. Florian arbeitet dort als Betreuer und ist den Verantwortlichen des Hauses Luigi somit eine große Hilfe. Im Jugendhilfezentrum können die Kinder ausgelassen Kind sein und die Sorgen, die sie Zuhause haben, für kurze Zeit vergessen.

Florian Ernst berichtete über seine Erlebnisse in Südafrika.

Der junge Mann teilt sich in Dysseldorp, einem Ort etwa 20 Kilometer vom Center entfernt, auf dem Kirchengelände eine kleine Wohnung mit Marvin und Ricardo. Auch diese beiden Entwicklungshelfer sind im Hilfszentrum unentbehrlich. Jedoch ist die Geldknappheit im Center ein großes Problem. Carol und Marvin sind die einzigen Betreuer, die für ihre Dienste im Center Geld bekommen. Oftmals müssen Betreuer, die nicht mehr bezahlt werden können, weggeschickt werden. Florian schreibt: „Leider sind wir zu wenige Betreuer, um die Talente so zu fördern, wie wir es eigentlich wollen.“

Im November erhielt der 21-jährige Neuenkirchener einen dreiwöchigen Besuch von seinen Eltern. Renate und Ferdi Ernst machten sich ein Bild von Florians Tätigkeit in Südafrika. Renate Ernst erzählt von den Mahlzeiten: „Oft reicht das Budget im Center nur für Spaghetti, einmal in der Woche spendet eine Fleischerei aus der Umgebung eine Suppe. Die Menschen im Center glauben fest daran, dass das Essen ein Geschenk Gottes ist.

Florian schreibt von „Anti (Tante) Maria“: „Unsere Küchenfrau ist sehr religiös. Sie hat mir gesagt, wenn sie gar nichts zu Essen im Hause hätte, würde sie beten. Und dann geht es irgendwie weiter, wenn auch nicht am gleichen Tag, aber einen Tag später tut sich eine Lösung auf.“

Besonders verheerend wirkt sich die Vielzahl der Diebstähle in Oudtshoorn aus. Nahezu alle Plätze sind von einer Einzäunung begrenzt, um Diebstahl zu verhindern. Zum Fußball spielen ist oft kein Ball vorhanden. Auf diese Nachricht reagierte der SuS 09 und gab Florians Freundin Meike und seinem Bruder Torben, die momentan für drei Wochen in Südafrika sind, acht Bälle und eine Luftpumpe mit nach Oudtshoorn.

Florian bereitet die Arbeit im Luigi-Scrosoppi-Center viel Freude. Am Nikolaustag verkleidete Florian sich als Father Christmas. 1200 Kinder bekamen Päckchen mit Süßem und einen Handschlag. Besonders war, dass der Nikolaus in diesem Jahr mit dem einzigen Großfahrzeug der Feuerwehr Oudtshoorn in das Center gebracht wurde. So knüpfte Florian, in Neuenkirchen Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr, erste Kontakte mit der Feuerwehr in Oudtshoorn und nahm sogar an einer Übung teil. Nach Feierabend unternimmt Florian oft etwas mit der „Youth“, einer Jugendgruppe der auch seine Freunde in Südafrika angehören.

Momentan sind in Südafrika Sommerferien und die Temperaturen liegen bei 30 bis 40 Grad. So kündigte Florian an: „Weihnachten werde ich mit meiner Freundin und meinem kleinen Bruder wahrscheinlich an einem weißen Sandstrand feiern und somit auch weiße Weihnachten genießen - aber mit Badehose.“

VON JULIA WIECHERS

MV 2010 08 03

Erster Hospitant des ISA

Florian Ernst hat schon immer gerne über den eigenen Tellerrand geschaut. In Neuenkirchen wird seine soziale Ader jedenfalls fehlen, wenn der 21-Jährige jetzt für ein Jahr in Südafrika lebt. Am Montagabend um 22.30 Uhr hob sein Flieger in Frankfurt ab, elf Stunden dauert der Flug und dann beginnt für den abenteuerlustigen Neuenkirchener der Zivildienst in Outshoorn - einer Gemeinde ungefähr 450 Kilometer nordöstlich von Kapstadt. „Ich habe schon immer davon geträumt, in Südafrika mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten“, strahlte Florian am Samstagabend, als er sich mit einer Gartenparty von seiner Familie und seinen Freunden verabschiedete.



Florian Ernst (3. v.r.)



Bald werden in seinem Garten vielleicht schon Strauße und Stachelschweine vorbeischauen und der weltoffene Münsterländer freut sich auf spannende Erlebnisse in seiner vorläufigen Heimat. Dazu gehört auch die englische Sprache, die er bisher nur im Schulunterricht aufgeschnappt hat. „Wenn mein Schulenglisch nicht reicht, dann wird es wohl mit Händen und Füßen gehen“, meinte er zuversichtlich. Neben passablem Englisch möchte Florian aber auch die afrikanische Stammessprache seiner neuen Heimatregion lernen.

Und genau darum geht es auch im Leitbild des Projektes „weltwärts“: „Lernen durch tatkräftiges Helfen“. Florians Freiwilligendienst im „Luigi-Scorosoppo-Center“ wird zu 75 Prozent von dem Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert. So ist es dem ISA, dem Initiativkreis Südafrika, jetzt möglich, junge Menschen für mindestens ein Jahr (MV berichtete) in das Partnerbistum Oudtshoorn zu schicken. Ohne Spendengelder.

Neuenkirchen ist jetzt als Entsendeorganisation anerkannt und Florian wird als erster Zivildienstleistender des ISA nach Südafrika fliegen. Im nächsten Jahr soll der Platz neu besetzt werden. „Wir hoffen, dass Florian viele spannende Erfahrungen machen wird“, erklärte Bürgermeister und Schirmherr des Initiativkreises, Franz Möllering.

Seit fast eineinhalb Jahren bereitet sich der gelernte Metallbauer auf den Aufenthalt vor und am Samstag konnte er den Abflug kaum noch erwarten. „Auch wenn ich meine Freunde und Familie sehr vermissen werde“, befürchtete er. Seine Eltern, Ferdi und Renate, sehen seiner Reise aber mit gutem Gewissen entgegen. Sie haben schließlich bei der Vorbereitung mitgeholfen. „Das wird bestimmt ein unvergessliches Erlebnis“, meinte Renate Ernst mit einem Blick auf ihren Sohn. Von seinen Erlebnissen in Südafrika wird Florian gelegentlich Berichte schicken. „Ich halte Neuenkirchen auf dem Laufenden“, versprach er.

VON JULIA ALPMANN