Initiativkreis Suedafrika (ISA)

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Neuenkirchen - Jetzt ist es amtlich: Bei der diesjährigen Eintopfaktion kamen insgesamt 4337,90 Euro zusammen. Der Initiativkreis Südafrika bedankt sich bei allen Helfen und Spendern. Und verspricht, die Aktion im nächsten Winter wieder anzubieten.

„Die Resonanz der Neuenkirchener auf die Eintopfaktion ist so positiv, dass es auch im nächsten Jahr dem ISA wieder ein Anliegen ist, diese Aktion fortzusetzen“, teilt der Initiativkreis mit. Zum Ende der Aktion hatten sich die Kinder des St.-Antonius-Kindergartens an der Eintopfaktion beteiligt. Am Freitag, 1. Februar, verkauften die Mädchen und Jungen ihren Eintopf auf dem Neuenkirchener Wochenmarkt. „Allen Kindern und auch den erwachsenen Helfern hat es viel Spaß gemacht, obwohl es sehr kalt war.“ Der Erlös des Verkaufes betrug 200 Euro. Diesen Betrag übergaben die Kinder gemeinsam mit Jörg Gerdes vom Kindergarten an Hans Rocker.

Der stolze Gesamtbetrag fließt in den Auf- und Ausbau des Luigi-Scrosoppi-Centes für Kinder und Jugendliche im Bistum Oudtshoorn. „Es ist ein schönes Symbol, dass Kinder aus Neuenkirchen auf diese Weise Kindern in Oudtshoorn helfen“, sagte Rocker. „Vielleicht wird bei dem einen oder anderen Kind schon im Kindergarten das Interesse für diese Hilfe geweckt, und es entscheidet sich in zehn oder 15 Jahren dazu, auch freiwillig vor Ort zu helfen. Das haben aus unserer Gemeinde in den vergangenen zehn Jahren mittlerweile sieben junge Leute gemacht.“ Zur Zeit ist Belinda Buck dort. Im August gehen drei weitere Neuenkirchener als Freiwillige dorthin.

WN 2010 05 04

Jahreshauptversammlung 2010

Südafrika zwischen Aufbruch und Aids

Neuenkirchen. „Nkosi sikeleli Africa“ (Gott segne Afrika) - mit der Nationalhymne Südafrikas begrüßte Ludger Hubert, Vorsitzender des Initiativkreises Südafrika (ISA), traditionsgemäß die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung. Er freue sich, dass Franz Möllering als Nachfolger von Wolfgang Hüppe die Schirmherrschaft übernommen habe.
„Südafrika hat die Apartheid der Vergangenheit zwar weitgehend überwunden, doch die neuen Probleme lassen die Zukunft des Landes düster aussehen“, begann Hubert seinen Jahresrückblick. „Das Land hat die höchste Aids-Infektionsrate, Armut und Kriminalität denn je“.

In Zahlen heißt das: Das Durchschnittsalter liegt unter 24 Jahren (Deutschland: 43 Jahre), Kindersterblichkeit 6,19 Prozent (D: 0,4 %), Die Lebenserwartung trotz wachsender medizinischer Versorgung immer noch bei 43,27 Prozent (D: 78,95 %) und vor allem die Aida-Infektionsrate der Bevölkerung 21,5 Prozent (D: 0,1 %). „Das muss man sich einmal vorstellen: 2009 gab es 370000 Aids-Tote. Mehr als die Einwohner von Münster und Osnabrück zusammen. In Deutschland sind es weniger als Tausend. Einer ganzen Generation fehlen die Eltern“, sagte Hubert.

Die Mitarbeiter in Oudtshoorn helfen, dem entgegen zu wirken. Sie helfen in dem ISA-Projekt bei Schularbeiten, machen Hausbesuche bei Kindern und jugendlichen Waisen. Das St.-Luigi-Scrosoppi-Centrum holt sie von der Straße und bringt sie durch Bildung und sportliche Aktivitäten weg von der Straße, damit sie sich nicht in Jugendbanden gegenseitig bekämpfen.

Ludger Hubert dankte allen Unterstützern, vom Eintopfverkauf im Winter auf dem Markt über den Postkartenverkauf in den Kindergärten bis zur erfolgreichen Sternsingeraktion. Auch der SuS hat Trikots und einen Fußball für das Hilfszentrum gespendet. Zur Fußball-WM werden sechs Mitglieder des Kolping-Familienkreises dorthin reisen und die Spenden überreichen.

Im Hauptvortrag des Abends berichtete Carina Heim, Vorstandsmitglied des ISA, von ihrem Aufenthalt im Kindergarten in Dysselsdorp sowie den Erfahrungen im Jugendhilfszentrum in Oudtshoorn und dem Aids-Waisenhaus in George. Die 20-jährige Erzieherin aus Neuenkirchen verbrachte sechs Monate vor Ort. Résumé ihres interessanten Dia-Vortrags: „Offenheit, Armut und unbeschreiblich schöne Natur“.

 

Bei der vergangenen Jahresversammlung hatte Hans Rocker das Projekt „Weltwärts“ vorgestellt. Darin werden junge Menschen von 18 bis 28 Jahren aufgerufen, eine Zeit lang ehrenamtlich in Entwicklungsländern zu arbeiten. Sie werden dabei vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt. Doch vor das Ehrenamt hat der liebe Gott in Deutschland den Papierkrieg gesetzt. Hans Rocker berichtete vom aktuellen Stand der Bürokratie. Nichtsdestotrotz: Florian Ernst wird in Kürze als erster Hospitant des ISA nach Südafrika reisen.

Vorstandswahlen fanden in diesem Jahr beim ISA nicht statt, außer: Elisabeth Hambrügge war bisher als Vertreterin des Pfarrgemeinderates (PGR) im ISA. Da sie nicht mehr im PGR ist, wurde sie als Mitglied der ersten Stunde und Kennerin der Projekte in Südafrika einstimmig in den Vorstand gewählt.

www.initiativkreis-suedafrika.de

www.weltwaerts.de

VON STEFAN KÖSTERS

 

MV 2010 01 07

Bis zu 4200 Euro nehmen Vereine und Verbände in jeden Jahr mit dem Eintopfverkauf auf dem Wochenmarkt für den ISA ein. Der derzeitige Spendenstand steht bei rund 2000 Euro, verkauft wird noch bis zum 26. Februar.
(Foto: MV)

Neuenkirchen. Die Neuenkirchener essen gerne Eintopf - vor allem, seitdem es in der Vorweihnachtszeit und bis Ende Februar auf dem Wochenmarkt den Eintopfverkauf zugunsten des „Initiativkreises Südafrika“ (ISA) gibt. Bis zum 26. Februar läuft die Aktion noch, rund 2000 Euro sind bisher zusammengekommen. Diese Zahl nannte Hans Rocker vom ISA auf Anfrage der MV.
3800 bis 4200 Euro an Spenden für die Projekte in Südafrika sind durch den Suppenverkauf von Vereinen und Verbänden in den vergangenen acht Jahren im Schnitt pro Jahr zusammengekommen - also zusammen über 30000 Euro. Am heutigen Freitag verkauft der Pfarrgemeinderat seinen Eintopf. Es gibt Grünkohl und Möhreneintopf zu drei Euro pro Portion.

„Wir freuen uns, dass wir hmit dem Initiativkreis Südafrika bereits in das neunte Jahr gehen“, sagte Rocker. Am 6. November 2001 wurde der ISA gegründet. „Nur durch Beharrlichkeit kann man letztlich ein Ziel erreichen. Wir Neuenkirchener haben im Bistum Oudtshoorn mittlerweile eine ansehnliche Bilanz von Hilfen vor allem im Bildungs- und Erziehungsbereich“, berichtet Rocker von der Arbeit des ISA.

Das gespendete Geld gehe ohne den Abzug von Kosten zu einhundert Prozent in die Hilfsprojekte. Die erforderliche Aufsicht und Arbeit geschieht komplett ehrenamtlich.

Hans Rocker nennt besondere Projekte: Zum einen das Luigi-Scrosoppi-Center in Oudtshoorn, zum anderen das Aids Waisenheim in George. Das Aids-Heim wird alljährlich durch die Sternsinger mit großen Beträgen unterstützt - wie berichtet in diesem Jahr mit rund 12000 Euro.

Aber nicht nur Spenden fließen, auch menschliche Kontakte sind entstanden, vor allem durch Neuenkirchener Reisegruppen, die regelmäßig die Projekte im Bistum Oudtshoorn besuchen.

Zudem sind bisher vier junge Leute aus Neuenkirchen für längere Zeit in den sozialen Projekten im Bistum Oudtshoorn freiwillig tätig gewesen. „Alle haben ihre Aufenthalte selbst finanziert“, betont Rocker.

Zurzeit bemüht sich der ISA, in Oudtshoorn, Stadtteil Brigton, im Luigi-Scrosoppi-Center eine feste Freiwilligenstelle einzurichten. Diese Stelle soll dann über das Projekt „Weltwärts“ der Bundesregierung finanziert werden. „Sie soll über mehrere Jahre jungen Leuten die Möglichkeit bieten, in einem Entwicklungsland soziale Arbeit zu leisten“, sagte Hans Rocker, der sich gleichzeitig bei allen Spendern für die bisherige Hilfe bedankt und hofft, auch in Zukunft mit dieser Unterstützung Bildung und soziale Hilfe im Bistum Oudtshoorn fördern können.

VON JÖRG HOMERING

 

MZ 2009 04 01



Initiativkreis Südafrika freut sich über Erfolge im Jugendhilfszentrum in Oudtshoorn

NEUENKIRCHEN Zufrieden ist der Initiativkreis Südafrika (ISA) mit der Entwicklung des Jugendhilfszentrums Luigi Scrosoppi in Oudtshoorn. Es ist schon erstaunlich, welche Entwicklung das Jugendhilfszentrum Luigi Scrosoppi in Oudtshoorn genommen hat, freute sich ISA-Vorsitzender Ludger Hubert. "In kurzer Zeit wurde aus einem aufgeräumten Schrottplatz mitten im sozialen Brennpunkt der Region ein Hilfszentrum, das mit vier verschiedenen Einrichtungen über eine gute Infrastruktur verfügt, zog Ludger Hubert bei der ISA-Mitgliederversammlung Bilanz.

Fünf Monate in Südafrika geholfen

Den Kindern und Jugendlichen, die regelmäßig kommen, merkt man deutlich an, dass sie mehr auf sich achten und nicht mehr so perspektivlos sind, pflichtete Birgit Naarmann seinem positiven Eindruck bei. Sie muss es wissen, die junge Neuenkirchenerin hat fünf Monate im Jugendhilfszentrum mitgearbeitet. Sie berichtete in der Versammlung von ihren Erfahrungen.

Das schlimmste ist die Perspektivlosigkeit, unter der die Kinder und Jugendlichen leiden. Deshalb gehen viele von ihnen gar nicht zur Schule und haben so erst recht keine Chance, so Naarmann. Deshalb sei ein wenig Zuwendung wie eine Umarmung für die Kinder oft genauso wichtig wie eine nahrhafte Suppe, die die rund 100 Kinder und Jugendlichen täglich im Zentrum bekommen. Denn zuhause fehle es den meisten von ihnen sowohl an guter Ernährung und der nötigen Hygiene wie auch an Geborgenheit. In den fünf Monaten hatte sie auch Erfolgserlebnisse: Wir haben den Kindern gezeigt, wie man Gemüse anbaut. Daraufhin haben einige Familien auch zuhause einen Gemüsegarten angelegt. Ein erster Schritt gegen die Hoffnungslosigkeit.

Viele Spenden

Das zeigt, dass unsere Spenden sehr gut im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe angelegt sind, so Hubert. Und Spenden gibt es in Neuenkirchen für die südafrikanischen Partner reichlich, wie Schatzmeister Günter Lücke in seinem Bericht betonte: Im vergangenen Jahr kamen gut 27 000 Euro zusammen, zum Beispiel bei der Eintopfaktion, an der sich viele Gruppen beteiligten, beim Pfarrfest der Kirchengemeinde St. Anna, weil Angehörige von Verstorbenen um Spenden baten oder eine Apotheke Geld spendete statt Kalender zu verschenken.

Insgesamt hat der Initiativkreis schon über 170 000 Euro nach Südafrika überwiesen. In dieser Summe ist das Geld, dass die Neuenkirchener Sternsinger seit Jahren für das Aids-Waisenhaus in George sammeln, noch gar nicht enthalten.

Neue Beisitzer im Vorstand

Bei den anstehenden Wahlen ist der ISA-Vorstand um zwei Beisitzer gewachsen: Carina Heim, die für mehrere Monate im Kindergarten im südafrikanischen Dysselsdorp mitgearbeitet hat, und Norbert Hüwe, der die Partner in Südafrika mit einer ISA-Reisegruppe besucht hat, ergänzen den Vorstand. Vorsitzender Ludger Hubert, Schatzmeister Günter Lücke und Schriftführer Hans Rocker wurden einstimmig wiedergewählt. Für die übrigen Vorstandsmitglieder ist die Wahlperiode noch nicht abgelaufen.

Donnerstag, 02. April 2009  |  Quelle: Münstersche Zeitung (Neuenkirchen)

MV 2009 02 27



Eintopfverkauf bringt 4000 Euro für den ISA

Neuenkirchen. Der Eintopfverkauf auf dem freitäglichen Wochenmarkt hat in diesem Jahr knapp über 4000 Euro eingebracht. Das sind rund 600 weniger als im Vorjahr. „Aber trotzdem eine beeindruckende Zahl, für die wir uns bei den Spendern bedanken“, sagte Günther Lücke vom Initiativkreis Südafrika am Mittwoch auf Anfrage der MV.Seit Beginn der Adventszeit haben Vereine und Verbände jeden Freitag Eintopf auf dem Wochenmarkt verkauft. Der Erlös kommt dem ISA zu Gute, der sich im Südafrika vor allem um Schulen für Kinder und Jugendliche kümmert.Am Freitag, 27. Februar, haben die Wochenmarktbesucher zum letzten Mal die Gelegenheit, Eintopf für den ISA zu kaufen und das Ergebnis noch zu verbessern. Diesmal bietet der Wirteverein, vertreten durch Lorenbeck und Brennerei Niehues, Eintopf an.

Freitag, 27. Februar 2009  |  Quelle: Münsterländische Volkszeitung (Neuenkirchen)

MZ 2008 12 14

ST. ARNOLD/ RHEINE Da staunten die vielen Kaufhausbesucher bei Hertie am frühen Samstagnachmittag. Advents- und Weihnachtslieder kamen nicht aus der Konserve - stattdessen wurde live gesungen. Und das Ganze für einen guten Zwecke - für Menschen in Südafrika.

Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus St. Arnold und Neuenkirchen waren unterwegs, um Menschen ein wenig vorweihnachtliche Freude zu bringen. Das alles hatte seinen Grund. Es wurde für Menschen gesammelt, denen es nicht so gut geht wie uns.

Aktion läuft seit Jahren

Seit Jahren sammelt die Neuenkirchener Bevölkerung, Vereine und Verbände für den Initiativkreis Südafrika. Der Erlös dieser Aktion am Samstag war ebenfalls für Südafrika.

Manche ohne Blick

Der Kinderchor St. Arnold unter Leitung von Renate Rabe und der KFD-Frauenchor "Queerbeet" mit Christiane Herbrügger sangen Advents- und Weihnachtslieder. Die St. Arnolder Bauchtanzgruppe heimste viel Beifall ein und auch die Rhythmikgruppe des Kindergartens St. Josef fand viel Anklang .

Leckere Waffeln

Es wurden leckere Waffeln gebacken und für 50 Cent verkauft. Ein "Spendenhut" wurde durch die Zuhörerreihen gereicht. Da wanderte so mancher Euro in diesen Hut, aber es gab auch eine Kehrseite. "Voll bepackte Kaufhausbesucher" hatten nicht einmal ein Lächeln, geschweige den einen Cent, für die Menschen in Afrika - so lautete auch ein Fazit an diesem Nachmittag. Dennoch: Die Komplimente für diese schöne Aktion überwogen ganz eindeutig.



MZ 2008 11 27

Neuenkirchenerin gibt Kindern in Afrika ein Lächeln Von Münstersche Zeitung am 27.11.2008 15:21 Uhr NEUENKIRCHEN Der Initiativkreis Südafrika (ISA) will nicht nur seine Partner im Bistum Oudtshoorn materiell im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe unterstützten. ISA möchte auch, dass die Neuenkirchener möglichst viel über Südafrika und seine Menschen erfahren. Darum unterstützt der ISA den Austausch junger Menschen, die Land und Leute kennen lernen wollen und sich dabei für die Hilfsprojekte engagieren. Seit einigen Wochen lebt und arbeitet die Neuenkirchenerin Birgit Naarmann in Südafrika. Sie schildert ihre ersten Eindrücke.

Birgit Naarmann arbeitet fünf Monate beim ISA-Hilfsprojekt in Südafrika mit.

"In Oudtshoorn angelangt, werde ich direkt zu meiner Gastfamilie gebracht, bei der ich die nächsten knapp fünf Monate verbringen werde. Als ich zur Tür eintrete, wird mir bewusst, dass die nächsten Monate in keinem Fall langweilig werden. Sechs Hunde springen mich an. Zwölf Familienmitglieder sitzen erwartungsvoll im Wohnzimmer. Meine Gastfamilie hat viele Kinder, (Ur-) Enkel, Nichten und Neffen.

Im Fürsorgezentrum

Von montags bis freitags helfe ich im St. Scrosoppi- Sorgsentrum mit, einem Fürsorgezentrum mit vielseitigen Projekten, das auch mit Hilfe von Spenden aus Neuenkirchen aufgebaut worden ist. Hier helfen die Oratorianer vor allem benachteiligten Kindern und Jugendlichen.

Ort der Sicherheit

Das Zentrum liegt mitten im Stadtteil Brigton. Ich kann kaum glauben, dass dies vor der Errichtung des Zentrums ein Ort von Überfällen, Gewalt und Morden war. Gerade für die Kinder, die zum Zentrum kommen, ist es wichtig, einen Ort der Sicherheit zu haben, wo sie aus ihrem Alltag heraus kommen können. Hier können sie unbeschwert spielen und lernen, hier können sie etwas zu essen bekommen. Denn viele Kinder kommen nach der Schule in ein leeres Haus oder sie erleben täglich Gewalt oder Alkoholmissbrauch. Es kommt häufig vor, dass sie auf sich selber und auf ihre Geschwister aufpassen müssen, da ihre Eltern zur Arbeit gehen oder in den Straßen herumlungern.

Morgens arbeite ich meist im Huis Nasaret, einem Fürsorgezentrum für Kinder und Jugendliche. In dem Haus sind Kinder untergebracht, für die das Wohnen in der eigenen Familie nicht mehr sicher genug war. Seit 2007 kommen jeden Nachmittag 120 bis 200 Kinder im Alter zwischen drei und 13 Jahren in das Zentrum. Wir geben ihnen Essen, beten mit ihnen und gestalten gemeinsam den Nachmittag.

Immer wieder Neues

Ebenso gibt es Projekte mit Jugendlichen, Suppenküchen für Erwachsene, ein Behandlungszentrum für unterernährte Kinder, Second-Hand Basare und vieles mehr. Mir macht die Arbeit im Zentrum sehr viel Freude. Jeder Tag ist spannend und man lernt immer wieder etwas Neues dazu. An manchen Tagen ist es nicht einfach, einige Kinder in ihre Familien zurück gehen zu lassen.

Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, dass wir ihre Probleme hier nicht ändern können. Das einzige, was wir machen können ist, durch kleine Schritte und ein bisschen Zuwendung den Kindern Freude am Leben und Sicherheit und Hoffnung zu vermitteln und ihnen ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern, damit sie für wenigstens ein paar Stunden ihren häufig schwierigen Alltag vergessen können.

Sehr gespannt

Ich bin sehr froh, dass ich knapp fünf Monate hier in dem Zentrum mithelfen kann und das Leben in einer südafrikanischen Familie kennen lernen darf. Ich bin sehr gespannt, was ich in den nächsten Monaten noch alles erleben darf."

MZ 2008 11 08

Seit 2001 über 137 000 Euro für Südafrika gespendet
Manche sammeln auf ihrem Geburtstag Geld für den Initiativkreis Südafrika (ISA) und verzichten dafür auf Geschenke. Seit 2001 wurden so aus Neuenkirchen rund 137000 Euro gespendet.


Andere sparen an Werbemitteln und stellen das Geld lieber der Initiative zur Verfügung. So auch in diesen Tagen Jutta Lohaus, Inhaberin der Wigbold-Apotheke.

Sie sagte sich, dass es zu Weihnachten Wandkalender und Taschenkalender in Hülle und Fülle gibt. Ihre Kunden brächten daher sicher Verständnis auf, wenn sie stattdessen das Geld für Projekte in Südafrika spendet. 1 000 Euro hat sie ISA-Schriftführer Hans Rocker überreicht.

Auch auf dem Markt gibt es nun wieder einen guten Eintopf. Am Freitag kochte die KAB St. Josef ein leckeres Süppchen. Bis Ende Februar werden sich viele Neuenkirchener Institutionen und Vereine beteiligen. Im vergangenen Jahr kamen durch diese Aktion fast 4000 Euro zusammen. Geld, das zum Beispiel der St. Blaize-Schule in Mosselbay zugute kommt.

MZ 2008 07 23

Bischof aus Südafrika zu Besuch

Die Partnerschaft fördern, den Austausch pflegen: Mit diesem Ziel ist der südafrikanische Bischof Edward Robert Adams jetzt zum vierten Mal nach Neuenkirchen gereist. Am Mittwoch traf er zu einem zweitägigen Besuch in Neuenkirchen ein.
„Dieses Projekt ist einmalig in seiner Form, da rund 30 Vereine der Gemeinde integriert sind“, lobte Ernst Halbe den Initiativkreis Südafrika bei einem Treffen mit dem Bischof im Pastorat. Pfarrer Halbe war es, der bereits während seiner Zeit als Kaplan Kontakte nach Südafrika pflegte und 2001 die Partnerschaft begründete. „Wir waren zuvor nach Südafrika gereist und haben dort mehrere Projekte besucht“, erklärte der Vorsitzende des Initiativkreises, Ludger Hubert. „Uns war von Anfang an wichtig, dass wir nicht nur Geld spenden, sondern dass auch ein Austausch zwischen den Gemeinden aufgebaut wird.“

Hilfe zur Selbsthilfe


Hilfe zur Selbsthilfe, unter diesem Motto unterstützten die Neuenkirchener Projekte des Oratorianer Ordens. „Jedes Projekt, das wir finanzieren, muss einen klaren Anfang und ein klares Ende haben“, sagte Pastor Dr. Michael Langenfeld, „damit es schlussendlich zu einem Selbstläufer wird.“ Dies ist bereits gelungen bei dem Schulprojekt Mossel Bay, das nur noch geringfügig von den Neuenkirchenern gefördert werden muss.

Jugendzentrum im Aufbau

„Es soll ein Platz des Friedens entstehen an der Stelle der Gewalt“, erklärte Ernst Halbe ein neues Projekt. Gemeint ist damit ein ehemaliger Schrottplatz in einem ethnischen Problembezirk, auf dem nun ein neues Jugendzentrum errichtet wurde. In diesem wird die Neuenkirchenerin Diplom-Sozialpädagogin Birgit Naarmann für ein halbes Jahr helfen. „Das Zentrum soll eine Schnittstelle zwischen Familie, Alltag und Arbeitsplatz bilden“, sagt Halbe. „Außerdem werden die Kinder bei den Hausaufgaben betreut, bei Bewerbungen unterstützt und bekommen eine warme Mittagsmahlzeit.“ Neben dem Jugendzentrum führen italienische Ordensschwestern ein medizinisches Versorgungszentrum. „Es ist noch ein langer Weg, um die Ausbildungsunterschiede zu überwinden“, sagte Bischof Adams.
Am Abend fand eine lockere Grillrunde mit dem Bischof im Karl-Leisner-Haus statt, bei dem sich der Gast aus Südafrika für die Neuenkirchener Hilfe bedankte.