Initiativkreis Suedafrika (ISA)

Reisebericht Birgit Naarmann

Neuenkirchenerin gibt Kindern in Afrika ein Lächeln

Der Initiativkreis Südafrika (ISA) will nicht nur seine Partner im Bistum Oudtshoorn materiell im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe unterstützten. ISA möchte auch, dass die Neuenkirchener möglichst viel über Südafrika und seine Menschen erfahren. Darum unterstützt der ISA den Austausch junger Menschen, die Land und Leute kennen lernen wollen und sich dabei für die Hilfsprojekte engagieren. Seit einigen Wochen lebt und arbeitet die Neuenkirchenerin Birgit Naarmann in Südafrika. Sie schildert ihre ersten Eindrücke.

"In Oudtshoorn angelangt, werde ich direkt zu meiner Gastfamilie gebracht, bei der ich die nächsten knapp fünf Monate verbringen werde. Als ich zur Tür eintrete, wird mir bewusst, dass die nächsten Monate in keinem Fall langweilig werden. Sechs Hunde springen mich an. Zwölf Familienmitglieder sitzen erwartungsvoll im Wohnzimmer. Meine Gastfamilie hat viele Kinder, (Ur-) Enkel, Nichten und Neffen.

Im Fürsorgezentrum
Von montags bis freitags helfe ich im St. Scrosoppi- Sorgsentrum mit, einem Fürsorgezentrum mit vielseitigen Projekten, das auch mit Hilfe von Spenden aus Neuenkirchen aufgebaut worden ist. Hier helfen die Oratorianer vor allem benachteiligten Kindern und Jugendlichen.

Ort der Sicherheit
Das Zentrum liegt mitten im Stadtteil Brigton. Ich kann kaum glauben, dass dies vor der Errichtung des Zentrums ein Ort von Überfällen, Gewalt und Morden war. Gerade für die Kinder, die zum Zentrum kommen, ist es wichtig, einen Ort der Sicherheit zu haben, wo sie aus ihrem Alltag heraus kommen können. Hier können sie unbeschwert spielen und lernen, hier können sie etwas zu essen bekommen. Denn viele Kinder kommen nach der Schule in ein leeres Haus oder sie erleben täglich Gewalt oder Alkoholmissbrauch. Es kommt häufig vor, dass sie auf sich selber und auf ihre Geschwister aufpassen müssen, da ihre Eltern zur Arbeit gehen oder in den Straßen herumlungern.
Morgens arbeite ich meist im Huis Nasaret, einem Fürsorgezentrum für Kinder und Jugendliche. In dem Haus sind Kinder untergebracht, für die das Wohnen in der eigenen Familie nicht mehr sicher genug war. Seit 2007 kommen jeden Nachmittag 120 bis 200 Kinder im Alter zwischen drei und 13 Jahren in das Zentrum. Wir geben ihnen Essen, beten mit ihnen und gestalten gemeinsam den Nachmittag.

Immer wieder Neues
Ebenso gibt es Projekte mit Jugendlichen, Suppenküchen für Erwachsene, ein Behandlungszentrum für unterernährte Kinder, Second-Hand Basare und vieles mehr. Mir macht die Arbeit im Zentrum sehr viel Freude. Jeder Tag ist spannend und man lernt immer wieder etwas Neues dazu. An manchen Tagen ist es nicht einfach, einige Kinder in ihre Familien zurück gehen zu lassen. Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, dass wir ihre Probleme hier nicht ändern können. Das einzige, was wir machen können ist, durch kleine Schritte und ein bisschen Zuwendung den Kindern
Freude am Leben und Sicherheit und Hoffnung zu vermitteln und ihnen ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern, damit sie für wenigstens ein paar Stunden ihren häufig schwierigen Alltag vergessen können.

Sehr gespannt
Ich bin sehr froh, dass ich knapp fünf Monate hier in dem Zentrum mithelfen kann und das Leben in einer südafrikanischen Familie kennen lernen darf. Ich bin sehr gespannt, was ich in den nächsten Monaten noch alles erleben darf."

Von Münstersche Zeitung am 27.11.2008