Initiativkreis Suedafrika (ISA)

MV 2011 08 07

Neuenkirchen-Oudtshorn Eine echte Partnerschaft

Seit genau zehn Jahren unterstützt der„Initiativkreis Südafrika“ (ISA)
aus Neuenkirchen Projekte in der Diözese Oudtshoorn.
Das ist ein Grund zum Feiern! Bei Sonne und sommerlichen
Temperaturen wurde am Sonntag im Garten des Karl-Leisner-Hauses
mit Gegrilltem, selbst gebackenem Kuchen und Getränken gefeiert.
Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr und der Kfd-Frauenchor
„Querbeet“ sorgten für ein richtig schönes Ambiente.

Zu diesem Ehrentag war der Partner des ISA, Bischof Francisco
Fortunato de Gouveia aus Oudshoorn, Nachfolger des legendären
Bischof Adams, eigens angereist.
„Ich wollte die Neuenkirchener einfach gerne einmal kennen lernen“,
sagt er. Und hatte überhaupt keine Berührungsängste - mit einem
Steak-Brötchen in der Hand unterhielt er sich mit jedem,
der ein bisschen des Englischen mächtig war.

Das Hochamt wurde konzelebriert von (v. l.)
Pastor Michael Langenfeld,
Diakon Guido Seidensticker,
Bischof Francisco Fortunato de Gouveia,
Father Vernon Donald Macaskill-Meyer
aus Outhshoorn. (Foto: Kösters)

 

So locker er mitfeiern kann, so ergreifend war zuvor das Hochamt, das er
gemeinsam mit Pastor Michael Langenfeld, Diakom Guido Seidensticker
und Pater Vernon Donald Macaskill-Meyer aus Oudtshoorn konzelebrierte.
In seiner Predigt stellte er die großen Unterschiede zwischen
Arm und Reich in seiner Diözese dar.

Bis 1994 hatte nur ein Drittel der Haushalte Strom, heute sind es 82 Prozent.
Die Frauen liefen täglich viele Kilometer, um Wasser zu holen,
heute gibt es außer in den Wüstenregionen Wasserversorgung.
Dennoch haben nur ein Drittel der Jugendlichen noch beide Elternteile,
nicht zuletzt wegen des AIDSProblems.
„Daher lege ich genauso wie mein Vorgänger Bischof Adams die
Schwerpunkte auf die Jugendlichen und die Familie“.

Was Neuenkirchen geholfen habe, sei unbezahlbar, fuhr der Bischof fort.
Dennoch fehle es an allem.Daran könne man manchmal verzweifeln.
„Aber auf einer Kutschfahrt gestern habe ich zwei Ausdrücke auf Deutsch
gelernt“, sagt er. „Keine Hektik, kein Stress!“
Hier brandete Applaus aus der vollen Kirche auf.

Die Kirche, so der Bischof weiter, könne nicht alle Probleme dieser Welt
lösen. Aber in der Agenda 21 heiße es „Global denken, lokal handeln“.
Oder wie Mutter Teresa es ausgedrückt hat: „Wir können nicht
große Dinge tun, aber kleine mit Liebe“. Er beschrieb noch einmal die
Projekte der St.-Blaise-School in Mossel Bay und dem S
t.-Luigi-Scrosoppi-Centrum in Bridgeton, die durch Neuenkirchen unterstützt
werden. Für letzteres bekam er noch während des Gottesdienstes einen
Scheck über 6000 Euro. Eine Predigt, die Daniel Kostowski aus Polen in
liebevoller Weise vom Englischen ins Deutsche übersetzte.

Und als das Vokalensemble Snedwinkela, das den Gottesdienst wunderschön
musikalisch begleitete, die südafrikanische Nationalhymne
„Nkosi sikelel’ iAfrika“ (Herr, segne Afrika) anstimmte,
ein tief gehendes Gebet, das der ISA-Vorsitzende Ludger Hubert zuvor
verlesen hatte, da musste auch Bischof Francisco Fortunato de Gouveia
einmal tief durchatmen.

VON STEFAN KÖSTERS